Tribolonotus gracilis

Orangeaugen-Helmskink

Der Tribolonotus gracilis (Orangeaugen-Helmskink) ist derjenige unter den Helmskinken, welcher am Häufigsten in der Terraristik gepflegt wird. Auch, wenn er der bekannteste Helmskink ist, findet man ihn bei Weitem nicht so häufig, wie manch anderes Terrarientier. Dies liegt zum einen daran, dass diese Tiere einfach noch immer mehr oder minder selten sind und zum anderen liegt es aber auch daran, dass man diese wahrhaft schön anzusehenden Tiere kaum zu Gesicht bekommt. Sie sind sehr scheu und schreckhaft und führen ein eher verstecktes, zurückgezogenes Leben.


Aussehen 

Tribolonotus gracilis werden ca. 20 cm lang, wovon der Schwanz jedoch die Hälfe der Gesamtlänge ausmacht. Das Gewicht adulter Helmskinke variiert natürlich je nach Ernährungszustand und Alter der Tiere. Männchen sind grundsätzlich etwas schwerer als die Weibchen. So wiegen meine Männchen zwischen 35 und 40 g, wohingegen das Gewicht der Weibchen bei etwa 34 g liegt. Der Körper ist einfarbig dunkelgrau bis schwarz gefärbt, mit Ausnahme der Bauchschuppen (Ventralschuppen), diese haben eine beige Färbung. Besonders schön anzusehen ist der mit stachelartig aufgerichteten Schuppen bestückte Rücken dieser Skinke. Dies erinnert tatsächlich an ein kleines Krokodil, weswegen Helmskinke auch als "kleines Buschkrokodil" bezeichnet werden. Der Kopf ähnelt dem eines kleinen Drachen und sorgte auch für den Namen "Helmskink". Als markantes Merkmal dieser Skinke seien jedoch ihre Augenringe zu erwähnen. Um ihr Auge herum tragen sie eine auffällige orange Färbung, gleich einem Kreis, der oben jedoch nicht ganz geschlossen ist. Tribolonotus gracilis haben kaum etwas mit anderen Skinken gemein. Im Vergleich zu diesen haben sie deutlich kräftigere Extremitäten. Auch haben sie keine glatten Schuppen. Wo die meisten Skinke schon eher an eine Schlange mit verkümmerten Beinchen erinnern, scheint der Orangeaugen-Helmskink vielmehr einer Panzerechse zu ähneln.

 

Geschlechtsbestimmung

Der Kopf des Orangeaugen-Helmskink-Männchens ist größer und wirkt, vor allem dadurch, dass er spitzer und länglicher ist, markanter. Der Kopf des Weibchens ist eher rundlicher. Adulte Tiere sind allein an der Kopfform sehr gut voneinander zu unterscheiden. Auch bei subadulten Tieren ist eine Bestimmung anhand der Kopfform möglich.

Die linken Bilder zeigen die Köpfe zwei verschiedener weiblichen und die Rechten die Köpfe zwei verschiedener männlichen adulten Orangeaugen-Helmskinke. 

Das ungeübte Auge wird jedoch, insbesondere, wenn kein direkter Vergleich vorhanden ist, weil beispielsweise ein Einzeltier oder Jungtier gekauft wird, mit der Geschlechtsbestimmung anhand des Kopfes nicht weiter kommen. 
Es gibt noch eine weitere, eindeutigere Art, das Geschlecht zweifelsfrei zu bestimmen.

Männliche Helmskinke besitzen an der Unterseite der Hinterläufe weiße Drüsen. Meist befinden sich diese nur an der 3. und 4. Zehe. Es kommt jedoch auch vor, dass diese Brunstschwielen an weiteren Zehen vorhanden sind. Weiblichen Tieren fehlen die Drüsen. Bei Jungtieren sind sie erst ab einem Alter von einigen Monaten zu erkennen. Ab wann man diese genau erkennt und somit das Geschlecht eindeutig bestimmen kann, ist schwer zu sagen. Ich hatte Jungtiere, bei denen die Drüsen schon nach drei Monaten erahnbar und mit der Lupe auch deutlich erkennbar waren, andere haben diese erst weit nach dem ersten halben Jahr ansatzweise gebildet.

Das linke Bild zeigt die Unterseite des Hinterfußes eines Weibchens und das Rechte die eines Männchens.  


Paarungsbereitschaft

Bei adulten Tribolonotus gracilis zeigt ein orange gefärbter Kehlfleck die Paarungsbereitschaft an. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass mein Männchen bereits bevor diese Färbung eintrat, geschlechtsreif war.


Verhalten

Tribolonotus gracilis sind etwas scheuer und schreckhafter als beispielsweise Tribolonotus novaeguineae. Bei Gefahr suchen sie augenblicklich die Flucht. Hat das Terrarium einen tiefen Flusslauf oder ein großzügiges Badebecken, werden sie in den meisten Fällen ins Wasser fliehen und können dann eine ganze Zeit unter Wasser ausharren. Scheint ihnen eine Flucht unmöglich, so werden sie sich totstellen. Beobachtet man sie, wie sie einen Ast erklettern, können sie mitten in der Bewegung inne halten, um durch Reglosigkeit ungesehen zu bleiben. Betrachtet man sie nun eine Weile, so kann man feststellen, wie sie ganz langsam eine bequemere Haltung einnehmen, in der es ihnen möglich ist, über längere Zeiträume still zu verharren. Da sie eine Flucht aber der Thanatose (Totstellreflex, Schreckstarre) vorziehen, wird der Helmskink seine Klettertour häufiger mit einem waghalsigen Sprung ins rettende Wasser beenden.