Technik im Terrarium

Besonders wichtig ist die Beleuchtung, welche auch als Wärmequellen fungiert und tagsüber bestmöglich per Zeitschaltuhr für 10-12 Stunden eingeschaltet wird. Eine Wärmequelle für die Nacht ist nicht notwendig, da kaum eine Wohnung unter 20° C abkühlt, zudem können Helmskinke eine Nachtabsenkung von bis zu 18°C vertragen, so dass hier die Zimmertemperatur ausreichend ist. Neben der Beleuchtungstechnik ist auch die Technik für die Wasserversorgung sowie Wasserreinigung notwendig. Diese sollte insbesondere bei Pumpen für Flussläufe und Wasserfälle unabhängig von einer Zeitschaltuhr ständig aktiviert sein, wohingegen Regen- und Bewässerungsanlagen durchaus per Zeitschaltuhr je nach Bedarf für einen oder mehrere kurze Momente am Tag eingeschaltet werden sollten.


Lichtquellen

Bei der Beleuchtung sind sich die Halter nicht einig. Manche halten die Tiere gänzlich ohne UV. Begründet wird dies damit, dass Helmskinke eben Bodenbewohner sind und in einem Regenwald durch all die vielen Pflanzen ohnehin kaum Licht auf den Grund dringt. Da sie dazu auch noch dämmerungsaktiv sein sollen, liegt es schon nahe, dass sie kaum UV abbekommen. Nichts desto trotz ist UV bzw. das durch UV gewonnene Vitamin D für Reptilien lebensnotwendig. Man kann dieses allerdings auch durch Vitaminpräparate reichen, in dem man die Futtertiere bestäubt. Jedes Tier in freier Natur kann aber - sofern es denn möchte - Sonnenbäder nehmen. Meine Helmskinke sitzen z.B. auch gerne kurzzeitig an heller ausgeleuchteten Stellen des Terrarium. Ob sie in freier Natur ebenfalls ab und an lichtere Stellen aufsuchen, ist mir unbekannt. Das Blätterdach wird jedoch gerade über dem Wasser weniger dicht und bei größeren Gewässern gar nicht mehr vorhanden sein. Da Helmskinke perfekte Schwimmer und Taucher sind, bieten viele Halter über den Wasserbecken eine UV-Lampe an. Ich selbst habe in den großen Becken UV-Lampen oder Vollspekrumröhren mit UV-Anteil. Auch in den Aufzuchtbecken biete ich UV an. Ich hatte jedoch auch Aufzuchtbecken ohne UV und die Jungtiere haben sich genauso gut entwickelt.

Ich zweifle trotzdem die weit verbreitete Meinung zur Dämmerungsaktivität von Helmskinken grundsätzlich an. Ich bin davon überzeugt, dass Helmskinke tagaktiv sind und lediglich in der Terraristik zu einer vermehrten Aktivität bei ausgeschalteter Beleuchtung neigen, da sie sich so zum einen ob der schlechteren Lichtverhältnisse besser verbergen können. Zum anderen mag es aber auch daran liegen, dass vielen Terrarien eine üppige Bepflanzung fehlt. In der Tat dringt in einem tropischen Bergregenwald nur wenig Licht bis zu dem Bodengrund durch, so dass es den Tieren, selbst wenn sie tagaktiv sind, in einem nur spärlich bepflanztem Glaskasten bereits zu hell sein könnte. Ich weiß jedoch, dass meine Helmskinke, tagsüber, bei voller Terrarienbeleuchtung, am Aktivisten sind. Manche Haltungsberichte weiten die Dämmerungsaktivität gar auf Nachtaktivität aus. Mit der Dämmerungsaktivität kann ich mich ja noch anfreunden. Eine Nachtaktivität schließe ich allerdings aus. Ein solches Verhalten konnte ich weder bei meinen eigenen Tieren beobachten, noch sprechen die Augen der Helmskinke für nachtaktive Reptilien. So oder so, sollte es klar sein, dass eine Hochleistungs-UV-Lampe gänzlich ungeeignet ist. Wir halten schließlich keine Wüstenbewohner. Trotzdem würde ich persönlich immer auch UV anbieten. Selbst wenn man die Meinung vertritt, dass es für die Tiere nicht notwendig sei, so gedeiht die Terrariumbepflanzung mit der richtigen Beleuchtung einfach besser. 


Wärmequellen

Neben UV ist auch die Wärme ein wichtiger Punkt. Hier findet man in jedem Haltungsbericht andere Angaben. Manch einer sagt zwischen 25° C und 30° C sei die ideale Temperatur, wieder andere sind sich sicher, dass alles über 25° C nicht gut sein kann. Hier ist es als Anfänger besonders schwer gute Angaben von den falschen zu trennen. Ich habe mit mehreren Haltern diese problematische Thematik erörtert und auffällig ist, dass Halter, welche den natürlichen Lebensraum der Tiere bereisten, sagen, dass über 25° C nicht gut sein kann. Die Tiere leben in Bergregenwäldern, in denen generell nicht so hohe Temperaturen herrschen, wie man sich, wenn man an tropische Wälder denkt, zunächst vorstellen mag. Auch die Tatsache, dass es am Boden immer kühler ist, als in den oberen Baumschichten, wo ja auch mehr Licht hingelangt, sorgt dafür, dass es so warm im natürlichen Lebensraum der Tiere gar nicht ist. Da die UV-Beleuchtung kaum Wärme abgibt, sollte man dennoch zusätzlich mit Strahlern arbeiten, welche man verwendet spielt keine große Rolle, die Temperatur ist hier entscheidend. Wir nutzen beispielsweise Halogenspots. Bezüglich der Wattzahl muss man ausprobieren, ist die Temperatur zu niedrig nimmt man eine stärkere Lampe oder setzt eine zweite ein. Ist die Temperatur zu hoch nimmt man ein weniger starkes Leuchtmittel. Bei uns variiert die Wärmezufuhr je nach Jahreszeit. Im Sommer beispielsweise schalte ich die Spots oftmals ganz aus, so dass nur noch die UV-Lampe sowie eine Vollspekrumröhre für ein schönes, natürliches Farblicht vorhanden sind. Im Frühling und Herbst habe ich oftmals nur zwei 25 Watt Spots in den großen Becken und im Winter werden diese je nach Bedarf durch 50 Watt Spots ersetzt. Welchen Spot ich einsetze hängt hier einzig von der Temperatur ab. Da diese je nach Wohnungstemperatur und Beschaffenheit des Beckens stark variiert, bleibt einem hier nicht mehr, als selbst auszuprobieren.

 

andere Heizmittel

Auf eine Heizung (Heizkabel / Heizmatte) sollte man darüber hinaus gänzlich verzichten und nur mit Wärme durch Beleuchtung arbeiten. Auch in der Natur kommt die Wärme von oben und unter einer Wurzel bleibt der Bodengrund etwas kühler, ebenso allerdings auch trockener. Dies sollten wir im Terrarium genauso gestalten, indem die Temperatur einzig über die Beleuchtung geregelt wird, was sich hervorragend umsetzen lässt.


künstliche Dämmerung

Man kann den Tieren auch eine Art künstliche Dämmerung schaffen, indem man ein Vorschaltgerät mit Dimmer nutzt, so dass die Beleuchtung stufenweise heller bzw. dunkler wird . Diese Geräte sind zwar deutlich teurer als gewöhnliche Vorschaltgeräte, aber ich finde sie sehr gut. 

 

Wassertechnik

Zunächst einmal bieten Badebecken die optimale Grundlage für Bakterien und Keime, arbeitet man also mit einem stillen Gewässer, in Form eines solchen Beckens, sollte man das Wasser bestmöglich täglich, mindestens jedoch alle 2-4 Tage erneuern. Da jedoch bei dieser Tierart ein fließendes Gewässer vorzuziehen ist, sollten wir mit einer Pumpe arbeiten. Optimaler Weise schließen wir an dieser einen externen Filter an, so dass das Wasser auch gleich gesäubert wird. Mit der Pumpe entziehen wir so einem Badebecken oder Flusslauf Wasser und speisen dieses über das obere Ende des Flusslaufes oder noch besser, über einen Wasserfall nach der Filterung wieder ein. So ist ein schöner Wasserkreislauf gegeben, bei welchem das Wasser sogar noch gereinigt wird. Der Wasserlauf bietet den Tieren nicht nur das Wichtigste was sie zum Wohlfühlen brauchen, sondern steigert zusätzlich die Luftfeuchtigkeit. Da aufgrund der Temperaturen nicht wenig Wasser verdunstet, ist um einem Schaden der Pumpe vorzubeugen, auf den Wasserstand zu achten und dieser gegebenenfalls rechtzeitig wieder aufzufüllen.

 

Beregnung 

Neben der notwendigen Bademöglichkeit kann man die Luftfeuchtigkeit von tagsüber 70% und nachts bis zu 100% auf verschiedene Art erreichen. Der Wasserlauf alleine wird hierfür je nach Größe nicht immer ausreichen. So kann man sich eine einfache Sprühflasche für die Bestäubung von Pflanzen oder einen komfortableren Pump-Sprüher kaufen und das Terrarium 1-2-mal täglich (je nach Notwendigkeit) von Hand besprühen. Man kann sich jedoch auch eine Beregnungsanlage kaufen und dies automatisieren. Die Beregnungsanlage lässt sich optimal an der Rückwand über dem Xaxim anbringen, so dass dieses zeitgleich bewässert wird und viel schneller begrünt. Hat man dann auch noch den Flusslauf genau an der Rückwand entlang angelegt, fängt dieser das überschüssige Wasser wieder auf und das Terrarium wird nicht geflutet und somit Staunässe vermieden. Zudem kann das Xaxim dann auch ein Stück in dem Wasser stehen und sich von unten voll saugen, so dass es immer feucht ist und schneller begrünt.

 

Hygro- und Thermometer

Um die Tiere bei optimaler Temperatur sowie der richtigen Luftfeuchte zu halten, müssen wir diese feststellen und prüfen können. Daher sind entsprechende Messgeräte erforderlich. Digitale Hygro-Thermometer sind besonders genau. Man kann hier zwei einzelne Geräte verwenden, einfacher ist es aber ein Gerät zu nutzen, welches sowohl Luftfeuchtigkeit als auch die Temperatur misst. Um zu prüfen, ob das erworbene Hygrometer genau arbeitet, kann man den Fühler in ein nasses Handtuch wickeln. Nun sollte das Gerät nach einem Moment eine Luftfeuchte von 100% anzeigen. Tut es das nicht, arbeitet es ungenau. Hat man ein Hygrometer, welches genau arbeitet, bringt man dieses an das Becken an. Der Fühler sollte sich dabei etwas über dem Bodengrund befinden, denn wir halten schließlich Bodenbewohner und daher ist auch die dortige Luftfeuchtigkeit für uns ausschlaggebend.