Mehlkäfer

Einrichtung

Als Bodengrund- und Substrat verwendet man gleichzeitig das Futtergemisch, welches man den Käfern und deren Larven reicht. Da die Käferweibchen ihre Eier lose ablegen ist hier kein besonderes Substrat von Nöten. Die Käfer verkriechen sich gerne unter Eierkartons und Pappstücken. Während die Larven sich im Bodengrund vergraben. Daher bietet es sich auch an, das Futtergemisch bei den Larven etwas höher einzufüllen. Wie hoch man es genau einstreut, hängt von der Menge der Larven ab, die man dort hält. Möchte man sie verfüttern, so bietet es sich an, ein Stück Papier hinein zugeben und dieses leicht anzufeuchten. Dort werden sich die Larven sammeln und man kann sie so einfach herausnehmen ohne das ganze Substrat zerwühlen zu müssen.


Ernährung

Hier ist es am Besten, wenn man sich das Futter selbst zusammenstellt, nur so kann man gewährleisten, dass genügend Abwechslung vorhanden ist. Wie der Name Mehlkäfer schon vermuten lässt, besteht die Hauptnahrung aus Mehl, da es jedoch viele verschiedene Mehlsorten gibt, findet ihr anbei verschiedene Zusammenstellungen:


Futtermischung 1:
350g Kleie
250 g Haferflocken
250 g Weizenmehl
120 g Maismehl
  20 g Trockenhefe
 
Futtermischung 2:
300g Kleie 
250g Weizenmehl
250g Haferflocken
100g Sojamehl
  70g Maismehl
  30g Trockenhefe

Flüssigkeit

Neben Luftfeuchtigkeit (s. Wichtiges zur Zucht) brauchen die Mehlkäfer und deren Larven aber auch Frischfutter. Ohne solche Nahrung sterben die Käfer sehr schnell und/oder beginnen die Larven anzufressen, welche dann schwarz werden und absterben. Auch die Larven untereinander fressen sich an, wenn nicht genügend feuchte Nahrung vorhanden ist oder der Besatz zu dicht ist. Um die Tiere mit Frischfutter und Flüssigkeit zu versorgen, nehme ich Gemüse, vor allem Möhren und zerkleinere diese mit der Reibe, so dass viele kleine Stückchen und Streifen entstehen, welche ich auf das Bodensubstrat gebe. Besonders die Käfer rangeln regelrecht um die Möhren.


Wichtiges zur Zucht

Die Geschlechter sind nur schwer und mit viel Übung auseinander zu halten. Der einzige Unterschied besteht in den Schienen der Vorderbeine, bei den Männchen sind diese gebogen und bei den Weibchen gerade.

Die Luftfeuchtigkeit ist für das Gewicht und die Größe der Larven sehr entscheidend. So bleiben Larven, welche bei 20% relativer Luftfeuchtigkeit gehalten werden, deutlich kleiner als Larven, welche bei höherer Luftfeuchtigkeit gehalten werden. Als Optimalwert gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von 70%. Damit das Substrat keinen Schimmel bildet, arbeite ich aber weniger mit Einsprühen sondern gebe regelmäßig frisches Futter, wodurch auch Feuchtigkeit entsteht. Mit der Temperatur können wir die Entwicklungszeiten beeinflussen. So brauchen Larven, welche bei knapp über 20°C gehalten werden deutlich länger für ihre Entwicklung als Larven, welche bei knapp über 25°C gehalten werden. Da ich selbst nicht so viele dieser Tiere verfüttere, stört mich die längere Entwicklungszeit nicht und ich halte die Käfer und deren Larven bei normaler Raumtemperatur.


Zuchtgröße

Zuerst sollte man sich Gedanken machen, wie viele Larven man tatsächlich verfüttert. Ich selbst verfüttere die Larven nur sehr selten als Leckerei. Die Käfer hingegen verfüttere ich etwas häufiger, dabei achte ich jedoch immer darauf, dass genügend Käfer für die Zucht übrig bleiben. Da ich die Tiere aber nur als Ergänzung sehe und sie als Hauptfutter ungeeignet sind, züchte ich nur im kleinen Rahmen.  


Reinigen der Behältnisse

Ich reinige die Behältnisse nur bei Bedarf in Verbindung mit Umsetzen der Tiere und habe mir angewöhnt wie folgt vorzugehen: Ich habe ein Behältnis mit Mehlwürmern. Diese machen am meisten Dreck und fangen gerne auch zu riechen an, wenn man sie nicht ab und an säubert. Während die Larven klein sind reinige ich nicht. Haben sie aber eine gewisse Größe, sortiere ich sie aus, und setze sie in einen neuen Behälter um. Das ehemalige Behältnis lasse ich schmutzig wie er ist stehen, gebe ab und an ein wenig Frischfutter und warte bis die nächsten Larven größer sind und setze diese ebenfalls um. Auch kann man diese mithilfe von Feuchten Papiertüchern anlocken und so leichter umsetzen, selbst wenn sie noch sehr klein sind. Wenn ich mir sicher bin, dass alle Würmer draußen sind, reinige ich den Altbehälter und stelle ihn vorerst zur Seite. Beginnt der neue Behälter zu riechen oder sieht das Substrat schlecht aus (dunkles, fein körniges Pulver und sehr viele Hautreste), dann setze ich die Mehlwürmer wieder um und reinige anschließend das ehemalige Behältnis. 

Das Umsetzen der Larven erfolgt in einer größeren Zucht mithilfe von Sieben. Man kann sie aber auch mühselig mit der Pinzette herauslesen. Wie man vorgeht ist hier alleine von der Zuchtgröße abhängig und wie man es selbst lieber handhaben mag. Verpuppen sich die ersten Larven, so setze ich diese ebenfalls in ein neues Gefäß. Hier reiche ich weder Futter noch Bodengrund, denn sobald die Käfer entwickelt sind, setze ich diese wieder um. So habe ich schon mal jede Menge Häutungsreste bzw. Puppenreste entsorgt und die Käfer sitzen wieder in sauberem Substrat. Das ist besonders wichtig, da sie sich dort vermehren und lange bleiben sollen. Da die Eier winzig sind und auch frisch geschlüpfte Mehlwürmer kaum sichtbar sind, reinige ich das Gefäß wieder vorerst gar nicht und setze größere Würmer nach und nach um. So gehe ich nach dem Rollprinzip weiter vor und die dadurch leer werden Behälter reinige ich, um sie dann wieder neu zu besetzen.


Die Entwicklungsstadien und deren Bedeutung als Futter

Larven (Mehlwürmer)
Die Larven sind nach dem Schlupf gerade mal 1 - 2 mm groß und so winzig, dass man sie kaum sehen kann. Mit der Zeit wachsen sie auf bis zu 3 cm heran. Die meist als Mehlwürmer bezeichneten Larven eignen sich nur als seltenes Futtermittel. Sie sind fett und zu proteinreich, als das man sie oft geben könnte. Schnell kann eine Fütterung dieser Tiere zur Überfettung der Helmskinke führen. Weswegen man sie wirklich nur selten reichen sollte.

Nymphe (Puppe)
Im Nymphenstadium nehmen die Tiere keine Nahrung mehr auf und beginnen mit der Metamorphose. Langsam verändern sie sich und entwickeln sich immer mehr zu Käfern. Frische Puppen sind nahezu weiß und noch ganz weich. Mit der Zeit werden sie etwas dunkler und fester. Nymphen lassen sich ebenso wie Mehlwürmer an die Helmskinke verfüttern, sind jedoch immer noch sehr fetthaltig und sollten daher ebenfalls nicht oft gereicht werden.

Mehlkäfer
Die Käfer werden maximal 1,8 cm groß. Ihr Körper ist lang und flach und ihre Flügel weisen Längsrillen auf. Anfangs sind die Käfer sehr hell gefärbt, mit der Zeit werden sie dunkler, von einem hellen braun, über einen rötlichen Ton und schlussendlich färben sie sich schwarz. Einzig die Beine und Fühler bleiben etwas heller und haben einen rotbraunen Farbton.
Mehlkäfer lassen sich ideal als Ergänzungsfutter reichen. Alles was sie zu reinen Proteinbomben gemacht hat, haben sie während des Nymphenstadiums aufgezehrt, so dass sie nun bedenkenlos gereicht werden können. Allerdings sei dabei zu berücksichtigen, dass die Käfer kaum Nährstoffe enthalten und daher auch nicht als Grundnahrung geeignet sind. Um den verfressenden Skinken aber einen Snack für zwischendurch zu reichen, der nicht gleich ansetzt, sind sie ideal. Daher verfüttere ich sie immer wieder gerne zwischendurch.