Steppengrillen - Gryllus assimilis

Vorteile
Ich bevorzuge als Hauptfutter Steppengrillen (Gryllus assimilis). Die Vorteile liegen auf der Hand: 
Im Gegensatz zu vielen anderen Grillen (insbesondere Heimchen) zirpen sie verhältnismäßig leise und sind daher weniger störend. Zudem ist es arg unwahrscheinlich, dass sie sich hier vermehren. Entflohene Tiere gehen in der Regel sehr rasch ein. Sollten sie tatsächlich einen Blumentopf mit feuchter Erde zur Eiablage finden, so mangelt es meist schon an der nötigen Temperatur und es schlüpfen keine Jungtiere. Sollte es wider Erwarten doch zum Schlupf kommen, gehen die Kleinen aufgrund fehlender Nahrung binnen kürzester Zeit wieder ein. Dazu kommt, dass sie zwar kannibalistisch veranlagt sind, aber dies bei Weiten nicht so sehr wie Heimchen. 

Haltung
Ich halte meine Steppengrillen in Faunaboxen oder umgebaute Plasikboxen. Diese sind deutlich günstiger und ebenso gut geeignet. Die meisten Terrarianer kaufen Plasik-Stapelboxen bei Ikea, es kommt Gaze oben drauf und fertig ist das Grillen-Quartier. Ich selbst habe Plasikboxen mit Deckel aus dem Baumarkt. Damit ich mehrere übereinander stellen kann, sind die Lüftungsgitter an der Seite angebracht. Als Bodengrund verwende ich eine Mischung aus Haferflocken und Fischflockenfutter. Von vielen Haltern werden jedoch auch Sägespäne als Bodengrund verwendet. Darüber bietet man eine große Anzahl an Verstecken und Rückzugsmöglichkeiten an. Hierzu zählen insbesondere Eierkartons. Aber auch gefaltetes und geknülltes Papier kann angeboten werden. 

Ernährung
Die Trockennahrung besteht aus Haferflocken, Weizenkeime, Fischflockenfutter, Katzentrockenfutter (gemahlen) und Hundeflocken. An Frischfutter reiche ich geriebene Möhren und Äpfel, verschiedene Sorten Salat und Gras. Gerne kann auch Hunde- oder Katzennassfutter gereicht werden. Dies beugt insbesondre dem Kanibalismus der Grillen vor. Frischfutter ist regelmäßig (alle 1-2 Tage) zu wechseln, da es keinesfalls Schimmel bilden darf.

Zucht
Die Zucht ist verhältnismäßig einfach. Man nimmt ein kleines Behältnis, beispielsweise einen Blumentopf oder eine handelsübliche Plastikschale (in welcher die Futtertiere meist verkauft werden). Unten setzt man eine Drainage ein. Hierfür kann man Tongranulat nehmen oder auch ein etwa 1 cm dickes Filterflies (Aquarienbedarf) zurechtschneiden und hineinlegen. Darauf gibt man einen erdähnlichen Bodengrund, wie beispielsweise Cocos Humus. Dieser muss immer feucht gehalten werden. Man füllt die Schale bis fast zum Rand und spannt dann Metall-Gaze darüber. Durch diese passt der Legestachel der Weibchen und gleichzeitig wird vermieden, dass die Eier verspeist werden. Insbesondere ältere Weibchen neigen dazu, die gesamten Eier zu fressen. Diesen Behälter setzt man in die Faunabox mit den adulten Grillen. Es ist darauf zu achten, dass die Erde in dieser Box zwar schön feucht bleibt, der Rest des Grillenquartiers aber schön Trocken bleibt, denn sonst entstehen Krankheiten. 
Jede Woche tauscht man den Eiablagebehälter gegen einen Neuen und setzt den bereits mit Eiern (weiße Stippen im Bodengrund) versehenen Behälter in ein Aufzuchtbecken. So wird vermieden, dass die Jungen im Becken der Alttiere schlüpfen und ebenfalls verspeist werden. Um den Kanibalismus der Jungen untereinander zu unterdrücken, sollte man bei der Aufzucht Katzennassfutter reichen. 

Mittelmeergrillen - Gryllus bimaculatus

Allgemeines
Mittelmeergrillen finde ich durch die optische Vielfalt sehr ansprechend. Die Grundfarbe ist schwarz, manche Tiere sind jedoch deutlich heller. Interessant sind auch die hellen, gelben Augen. Sie sind nicht so bewegungsfreudig wie viele andere Grillen und sind daher ebenfalls deutlich leichter zu handhaben als Heimchen. Sie bevorzugen allerdings wärmeres Klima, so dass eine Zucht leider nur mit Wärmezufuhr wirklich Sinn macht. Auch sind sie unverträglicher, so dass es in der Haltung öfter mal zu Rangordnungskämpfen kommen wird. Große Gruppen lassen sich daher ebenfalls nur bedingt halten. Ich habe diese Grillen aufgrund der doch überwiegenden Nachteile daher bisher lediglich verfüttert. Von einer Zucht habe ich bisher abgesehen.