Anschaffung

 

Ist ein Helmskink (Tribolonotus) das richtige Tier für mich?

Bevor Sie sich überlegen, ob Sie in die Terraristik einsteigen und sich gleich einen Helmskink ins Haus holen möchten oder Ihren Reptilienbestand um Helmskinke erweitern möchten, sollten Sie sich über einige grundlegende Dinge Gedanken machen. Dies sollten Sie natürlich vor jeder Tieranschaffung und daher sind nicht alle der unten aufgeführten Punkte nur auf den Tribolonotus zutreffend.


Welche Ansprüche stelle ich als Halter an meinen Tribolonotus?

Dieser Punkt ist der wohl Wichtigste, denn jeder der ein Haustier pflegt und hält, hat auch eine gewisse Erwartungshaltung an das Tier. Manch einer hätte gerne ein Tier, dass man auch mal herausnehmen und streicheln und mit dem man agieren kann. Anderen reicht es ein Tier oft und viel zu beobachten. Wieder Andere folgen dem derzeitigen Exoten-Boom und wollen ein möglichst ausgefallenes, seltenes Tier, dass man zeigen und mit dem man im Mittelpunkt stehen kann. Aber alle Drei werden von ihrem Helmskink durchaus enttäuscht werden, denn der Tribolonotus ist sehr scheu und führt ein eher zurückgezogenes Dasein. Diese Tiere zeigen sich selten, Manche bekommt man so gut wie gar nicht zu Gesicht, andere sogar nie. Wenn man damit nicht leben kann, stellenweise nur ein schön bepflanztes, idyllisches Tropenterrarium zu bestaunen, ist der Helmskink einfach nicht die richtige Wahl. 
Sie sind sehr scheu und ängstlich und es dauert  bis sie dieses Verhalten - wenn überhaupt - etwas ablegen. Wenn man ihnen ein Terrarium bietet, indem sie sich rundum wohl fühlen und das ihren Ansprüchen gerecht wird, kommen sie zwar auch gerne raus und lassen sich durchaus auch beobachten, aber wirklich zutraulich werden sie nicht. Und wie gesagt, manch ein Tier wird sich trotzdem nie zeigen. Ich habe schon von vielen Haltern gehört, die ihre Tiere wieder abgaben, weil sie der Meinung waren von einem solchen Haustier nichts zu haben. Ich finde das sehr schade, denn diese Eigenart der Helmskinke sollte man vor der Anschaffung bedenken und abwägen, ob man damit auch leben kann und will. Kann man das eher nicht, sollte man sich diese Tiere gar nicht erst ins Haus holen. Es ist zwar leider gerade bei Reptilienhaltern üblich, seinen Tierbestand durch Neukauf spontan aufzustocken und dann aber auch genauso schnell wieder durch Verkauf zu verkleinern, aber gerade der Tribolonotus ist was Änderungen anbelangt empfindlich und wird durch viele Umzüge (Terrarienwechsel, Neugestaltung, Standortwechsel, etc. pp.) noch scheuer. Je mehr man diese Tiere einfach in Ruhe lässt, desto eher werden sie sich einleben und zeigen. Jeglicher Stress sorgt nur dafür, dass sie sich weiter zurückziehen und verkriechen. Auch ein Grund, warum man nicht ständig an den Tieren rumhantieren sollte.


Steht genug Platz für das Terrarium zur Verfügung?

Für das Terrarium der paarweisen Haltung sollte man schon die Maße 100 x 50 x 50 einplanen (80 x 50 x 50 ginge auch noch, aber ich persönlich vertrete die Ansicht, dass es schon mindestens einen Meter haben sollte). Größer ist selbstredend immer besser und je größer das Becken, umso wohler fühlen sich auch seine Bewohner. Außerdem bietet ein größeres Becken stets bessere Gestaltungsmöglichkeiten, was wieder dem Wohlbefinden der Tiere entgegen kommt. Auch den Platz für die Technik, wie beispielsweise je nach Gestaltung Außenfilter und Pumpen oder einen Ablauf sollte man einplanen.

Ist eine geeignete Stellfläche vorhanden?

Helmskinke sind sehr scheu und die Stellfläche sollte dementsprechend gewählt sein. Die Terrarien gehören nicht in ein Durchgangszimmer, wo man ständig vorbei muss und die Tiere unnötig stresst. Auch sollten sie bei jemand der gerne laut fernsieht oder laute Musik hört nicht in den entsprechenden Zimmern - was meist das Wohnzimmer ist - stehen. Spielt man hingegen gerne laute Computerspiele ist das Arbeits-/Computerzimmer der denkbar ungünstigste Standort.
Zudem sollten Sie ein Terrarium nie so platzieren, dass direkte Sonneneinstrahlung auf den Glaskasten kommt. Schnell bildet sich in dem Becken eine enorme Hitze, auf die nicht nur Helmskinke sehr empfindlich reagieren, sondern alle Terrarientiere. Oft mag man die Gefahr unterschätzen, aber wer mit seinem Auto in der prallen Sonne geparkt hat, weiß wie heiß es darin werden kann. Für Terrarientiere kann dies den Tod bedeuten.


Habe ich selbst Probleme bei der Fütterung (z.B. Insektenphobie)?

Auch das sollten Sie sich im Vorfeld überlegen. Helmskinke sind insektivor, das heißt, sie fressen nur tierische Kost in Form von Insekten (und Weichtieren). Möchte man keine Insekten im Haus haben, sollte man - wenn es denn ein Reptil sein muss - auf vegetarische Arten zurückgreifen oder größere Reptilien nehmen, welche sich von Kleinsäugern oder Küken ernähren. Gerade Grillen und Heimchen können bei Unachtsamkeit während der Fütterung oder des Umsetzens übrigens immer mal entweichen. Dann haben Sie vereinzelte Futtertiere frei in der Wohnung herumlaufen. Selbst wenn sich also Ihr Mitbewohner um die Fütterung kümmert, kann es passieren, dass Sie mit den Insekten leben müssen. Wie man Vermeiden kann, dass es durch entflohene Insekten zu Problemen kommt, wird im Punkt Ernährung näher erläutert, die Problematik des Entweichens jedoch, bleibt immer bestehen. Ich kenne keinen Terrarianer dem dies noch nie passiert ist.


Kann und will ich dem Tribolonotus technisch gerecht werden?

Terraristik ist eine sehr anspruchsvolle Tierhaltung. Es muss für die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit gesorgt werden. Außerdem gilt es die richtige Beleuchtung zu wählen. Auch eventuelle weitere Technik für das Terrarium, wie beispielsweise eine Regenanlage oder eine Pumpe müssen bedacht werden. Welche Technik ist nötig und welche Technik taugt wirklich etwas? All das sind Fragen über die sich Terrarianer viele Gedanken machen und wo die Meinungen mitunter auch arg auseinander gehen. Sind Sie bereit sich mit all dem zu befassen, um Ihrem Helmskink die optimale Haltung zukommen zu lassen oder möchten Sie eher ein einfacheres Tier?
 


Bin ich mir der Kosten wirklich bewusst?

Helmskinke sind in der Haltung zwar - im Vergleich zu Wüstenbewohnern -  günstig, dennoch ist und bleibt Terraristik ein teures Hobby. Futtertiere mögen zwar kaum etwas kosten, aber da wären noch Strom- und Tierarztkosten. Zudem ist die Anschaffung eines Terrariums zwar durchaus bezahlbar, wenn man sich aber mit der ganzen Technik, Einrichtung und Bepflanzung vertraut macht, wird man schnell merken, dass das Ganze rasch sehr teuer werden kann. Helmskinke leben im Verborgenen, an der Einrichtung und einer üppigen Bepflanzung sollten Sie daher nicht sparen. 


Kann ich eine medizinische Versorgung gewährleisten?

Reptilienkundige Fachärzte gibt es nicht so häufig wie andere Veterinärmediziner. Daher sollte man sich schon im Vorfeld informieren, welche Fachärzte in der Nähe sind. Bestmöglich nebst einem Ausweicharzt oder besser noch einem fachkundigem Arzt mit Notdienst, falls der Andere einmal verhindert sein sollte. Auch darf man hier den Kostenfaktor nicht außer Acht lassen. Ist der Helmskink krank, kann dies durchaus teuer werden, denn die Behandlung von Reptilien ist nicht immer einfach und unkompliziert. Auch sei gesagt, dass man Reptilien eine Krankheit nicht gleich anmerkt und auch gesund wirkende Tiere krank sein können. Man sagt nicht umsonst, dass Reptilien leise und ungesehen leiden. Wenn man den Tieren etwas anmerkt, ist es oft schon sehr spät, wenn nicht gar zu spät. Zumindest ist dann eine sofortige Reaktion notwendig und ein reptilienkundiger Tierarzt aufzusuchen. Dafür muss man aber im Vorfeld wissen, wo sich solche befinden und ob sie in erreichbarer Nähe sind. Für Routinekontrollen kann man zwar durchaus Kotproben einschicken, denn gerade Parasiten sind ein großes Thema in der Terraristik, aber einige lassen sich nur via Abstrich mit Gewissheit feststellen. Wenn man nun bedenkt, dass man bei Reptilien Krankheiten erst spät erkennen kann und diese Tiere sich kaum zeigen und man sie auch nicht ständig suchen und bedrängen soll, um ihren Gesundheitszustand zu kontrollieren, kann es mitunter sehr schwer sein eine Krankheit rechtzeitig festzustellen, weswegen ein sofortiges Handeln beim Bemerken einer Erkrankung umso erforderlicher ist.

Wer versorgt die Helmskinke, wenn ich verhindert bin?

Reptilien sind nicht jedermanns Sache und auch wenn man Freunde oder Verwandte hat, welche sich um Katzen, Hunde oder Kleintiere kümmern würden, heißt es nicht, dass sie sich auch der Reptilien annehmen. Viele Menschen empfinden Reptilien als beängstigend, abstoßend oder gar ekelerregend. Wenn Urlaubsversorger vorhanden sind, welche die Helmskinke zwar süß und possierlich finden, heißt es nicht, das Selbiges noch gilt, wenn es heißt, dass die Tiere mit Lebendfutter in Form von Insekten versorgt werden müssen. Spätestens hier kann es wirklich schwierig werden, eine fähige Vertretung zu finden. Daher sollten sich insbesondere Leute, welche auf längere Reisen nicht verzichten wollen, im Vorfeld darum kümmern, wer sich der Tiere in Abwesenheit annimmt. Aber auch jeder andere Helmskinkhalter sollte sich hierzu Gedanken machen. Selbst wenn Sie nicht sonderlich oft verreisen und auch kein Problem damit hätten zuhause zu bleiben, kann immer mal etwas Unvorhersehbares passieren - und sei es ein Krankenhausaufenthalt - was dafür sorgt, dass jemand anders das Tier versorgen muss.


Woher bekomme ich Helmskinke?

Hier wird es auch stellenweise problematisch, denn diese Tiere bekommt man nicht in jeder Zoohandlung an der nächsten Ecke, auch wenn man sie inzwischen immer wieder auch im Zoofachhandel finden kann. Helmskinke werden einfach noch nicht so häufig gehalten. Am besten ist, man sucht auf diversen Internetseiten in den Kleinanzeigen. Hier wird man regelmäßig fündig. Allerdings ist Vorsichtig geboten, nicht alle Inserate sind vom privaten Halter, manch eine Anzeige stammt von Händlern, welche mitunter Wildfänge anbieten. Als Einsteiger ist eine Anschaffung eines Wildfangs nicht zu empfehlen. Die Tiere sind so schon scheu genug und zudem haben Wildfänge nicht selten Krankheiten und nur die Wenigsten überleben die Strapazen von Transport und Gefangenschaft. Viele Wildfänge sterben kurz nach dem Erwerb. Neben moralischen Überlegungen spricht auch diese Tatsache bereits für sich. Aber auch von privaten Haltern und Züchtern kann man kranke Tiere bekommen, daher sollte man auch hier großen Wert auf die Herkunft legen und sehr kritisch an den Kauf eines neuen Helmskinkes herangehen. Lassen Sie sich falls möglich, die Elterntiere und die Terrarien zeigen. Anhand der Becken können Sie schnell sehen, ob die Tiere vernünftig untergebracht sind, in welchem Umfeld sie leben und ob die Haltungsbedingungen optimal sind. Zudem lässt sich so auch feststellen, ob es in den Becken Schimmelbefall gibt oder ähnliche offensichtlich gesundheitsschädliche Haltungsfehler vorliegen. Ferner kann man sich natürlich noch nach den letzten Kotuntersuchungen erkundigen und sich auch eine Bestätigung vom durchführenden Tierarzt oder Labor zeigen lassen. 

Was ist zu tun, wenn ich einen Tribolonotus ins Haus holen möchte?

Bevor der Tribolonotus einziehen kann, sollte bereits ein Quarantänebecken zur Verfügung stehen. Dies wird selbstredend mit einem Unterschlupf und einer Wasserschale zum Baden (wenn es sich um ein Jungtier handelt, eine nur sehr flache Schalen mit geringem Wasserstand verwenden) ausgestattet. Auf Rückwände etc. sollte verzichtet werden, denn wenn sich das Tier als krank entpuppt, kann man diese direkt wieder entsorgen. Bestmöglich werden nur Materialien verwendet, welche sich abkochen, desinfizieren und/oder wegwerfen und ersetzen lassen. Als Bodengrund dient da Papier einer Küchenrolle. Da sich diese einfach und schnell tauschen lässt, so dass sich das Tier nicht immer wieder über den eigenen Kot infiziert. Auch kann durch das ständige Säubern und Entsorgen verhindert werden, dass die Parasiten im Terrarium überdauern und das Tier nach der Behandlung wieder befallen. Dies wird eine zu lange Medikamentengabe nach sich ziehen, die für das Tier durchaus gefährlich werden kann.

Bei der Unterbringung auf einer Küchenrolle ist auf die Feuchtigkeit zu achten. Ist das Papier zu nass und sitzt der Helmskink so permanent im Nassen, kann auch das gesundheitliche Folgen haben. Ich würde daher immer nur den Größtteil des Papiers feucht halten und darauf achten, dass die Ecken mit den Verstecken nahezu trocken bleiben. 

Wichtig ist, dass Sie neue Terrarientiere nie direkt zu den bereits vorhanden setzen. Man weiß nie, was sie an Krankheiten bereits mitbringen. Daher sollten Sie die neuen Mitbewohner stets in einzelne Quarantänebecken setzen, und sich nach dem Händeln der Tiere immer die Hände desinfizieren, um sich seinen bereits vorhandenen Tierbestand nicht mit möglichen Erregern zu verseuchen. Tiere die allerdings vor dem Kauf bereits zusammen gehalten wurden, können selbstredend gemeinsam in das gleiche Quarantänebecken ziehen.

Während der Eingewöhnungszeit lasse ich die Tiere, wenn sie nicht offensichtlich krank sind, bestmöglich ganz in Ruhe. Es kann durchaus sein, dass sie die ersten Tage kein Futter annehmen und ihren Unterschlupf gar nicht verlassen, einfach weil sie sehr scheu sind und solch ein Umzug mit großem Stress verbunden ist. Daher stören Sie den Helmskink bitte nicht unnötig und geben dem Tier einfach seine Zeit. Was Sie jedoch direkt machen können ist, die erste Kotprobe des Tieres beim reptilienkundigen Facharzt abgeben bzw. sie direkt beim Labor einsenden. Oft haben die Tiere Würmer und müssen behandelt werden. Ist das Tier behandelt und die Nachuntersuchung einer, besser noch zweier späteren Kotproben negativ, kann das Tier auch in das endgültige, üppig bepflanzte und liebevoll eingerichtete Becken ziehen. Generell sollte man aber, um auch andere Krankheiten auszuschließen, eine Quarantänezeit von 3 Monaten einhalten, ehe das Tier mit einem bereits vorhandenen Tier zusammen zieht.